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Studie frequenz-spezifischer Mikrostrom Zellregulation

Studie zur Wirkung von frequenz-spezifischem Mikrostrom

Kann frequenz-spezifischer Mikrostrom die Zellen regulieren?

Viele sprechen darüber, doch nur wenige fragen und messen tatsächlich einmal nach. Der aktuelle Hype, der durch die Therapeuten- und Trainerszene geht, ist die Frequenz-Spezifische-Mikrostrom-Therapie.
Es wird vieler Orts behauptet und die These aufgestellt, dass frequenz-spezifischer und sogar ‚normaler‘ Mikrostrom, den Zellstoffwechsel beeinflusst beeinflussen soll. Doch möchte sich der kritische Anwender oder Mikrostrom-Interessierte, gerne die Frage stellen, wie wird der Zellstoffwechsel genau beeinflusst? Wie wird das die Frequenz im Mikrostrom gemessen und wenn es frequenz-spezifischen Mikrostrom gibt, dann gibt es auch unspezifischen Mikrostrom?

Im Jahr 1991 traf Dr. McMakin den Osteopathen Dr. Van Gelder. Dieser war im Besitz eines ‘nostalgischen’ Gerätes und einer Auflistung verschiedenster Frequenzen, die jeweils eine ganz bestimmte Wirkung im menschlichen Organismus haben sollten. (Carolyn R. McMakin, 2011, S. 2) Informationen, wie diese Frequenzen aussahen bzw. wie diese nachgemessen wurden, lässt die Literatur hier jedoch offen.

Zwar werden in der Literatur genaue Frequenzen und Frequenzkombinationen genannt, doch woher weiß der kritische Anwender, was tatsächlich aus seinem Gerät herauskommt?

In einer Studie von wurde die Wirkung von spezifischen Frequenzen versucht darzulegen. Chaikin & Kashiwa et al. (2015) zitieren nach Reilly (2004), dass in einem Tierversuch nachgewiesen wurde in wie weit Frequenzen im Mikrostrom eine Wirkung haben. Es wurde an Ohren von Mäusen eine Immunreaktion in Form einer Entzündung ausgelöst. Verwendet wurde Arachidonsäure. Die Kombination 116 Hz mit 40 Hz wurde verwendet, um diese Entzündungsreaktion zu beeinflussen. 116 Hz stehen hierbei für das Immunsystem und 40 Hz für eine generelle Entzündung. Das Ergebnis zeigte eine 62 %ige Reduktion der Immunreaktion innerhalb von 4 Minuten. (Chaikin, Kashiwa, Bennet, Papastergiou & Gregory, 2015, S. 2346)

Das Problem mit spezifischen Frequenzen

Doch haben die Autoren der Studie keine weiteren Angaben gemacht, wie konkret der technische Aufbau der Studie war. Speziell, wie sie die Frequenzen verifiziert haben. Es ist z.B. zu bedenken, dass bei der Mikrostromtherapie Patientenleiten (Therapiekabel) zum Einsatz kommen. Diese werden benötigt, um den Mikrostrom an die jeweilige Stelle zu bekommen. Bei den Kabeln handelt es sich meist um klasse Litzeleitungen mit Kupferlitzen oder einem vergleichbaren leitfähigen Metall. Ummantelt sind diese Leitungen mit flexiblen (bei sehr guten Leitunten mit hoch-flexiblen) Kunststoff.

Der Kunststoff diese Leitungen muss übrigens im Labor auf seine Biokompatibilität überprüft werden!
Das Problem dieser Leitungen, bzw. was man, wenn man über Frequenzen spricht, bedenken kann ist, dass wir in unserer täglichen Umgebung von einer Masse von Frequenzen umgeben sind. Dieses kann als ‚Grundrauschen‘ beschrieben werden. Nehmen wir als Beispiel Radiofrequenzen, Mobiltelefone, WLAN, DECT, oder einfach die Stromleitung, mit der das Mikrostromgerät verbunden ist. Dort liegt in der Regel eine Frequenz von 50 Hz an. Übrigens dürfen Sie auch Ihr Licht in der Praxis nicht vergessen. Gerade wenn LED Lampen zum Einsatz kommen. Diese Strahlen nicht nur Licht sondern auch elektromagnetische Wellen bzw. Frequenzen ab. Die Leitungen eines Mikrostromgerätes sind in der Regel nicht geschirmt. Damit sind dies hervorragende Antennen und nehmen alles an Frequenzen auf, was sich in ihrer Umgebung befindet.

Grundrauschen und die tatsächliche Wirkung von Frequenzen

Wenn man nun über die tatsächliche Wirkung von Frequenzen und gerade von spezifischen Frequenzen spricht, sollte dies in jedem Fall berücksichtigt werden. Es ist also wichtig zu wissen und nachzumessen, was vom Hersteller des Mikrostromgerätes unternommen wurde, um ungewollte Frequenzen abzudämpfen oder zu filtern. Außerdem sollte man prüfen ob die eigentlich eingestellte Frequenz auch tatsächlich von dem Mikrostromgerät geniert werden kann!

Macht man all dieses nicht, dann ist es eher schlecht von spezifischen Frequenzen zu sprechen. Denn woher will man wissen, was die tatsächliche Frequenz ist? Woher will man wissen, was die tatsächliche Wirkung dieser Frequenzen ist?

Überlegt sich man sich einmal, wann Ur-Frequenzen der frequenz-spezifischen Mikrostromtherapie ermittelt worden sind und stellt dazu in den Vergleich wieviel ‚Grundrauschen‘ damals vorhanden war?! Gab es da schon WLAN, LTE & Co.?

Von der Perspektive aus betrachtet darf man durchaus mit dem Begriff frequenz-spezifisch etwas vorsichtig sein.

Was ein deutscher Hersteller mit frequenz-spezifischem Mikrostrom nachweisen konnte in einer Pilotstudie

Schönfelder et al. (2017) zeigte in einer in vitro-Studie mit humanen Zellkulturen, dass eine Veränderung der Zellmorphologie zu erkennen ist. “Damit ist bewiesen, dass der applizierte Strom die Zellen erreicht und in der Lage ist, diese zu beeinflussen.” (Schönfelder, Walker & Kenner, 2017, S. 11)
Die Stoffwechselaktivität kann durch die Anwendung von frequenz-spezifischem Mikrostrom nachweislich gesteigert werden. Beobachtet wurden humane Keratinozyten, welche zuvor mit Cycloheximid vorgeschädigt worden sind. Hiermit sollte eine Reduktion der Stoffwechselaktivität von 20 – 30 % erreicht werden. Die Behandlung der geschädigten Zellen zeigte im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle, eine Erhöhung der Stoffwechselaktivität um bis zu 56 %. (Schönfelder et al., 2017, S. 15)
In der Betrachtung der Behandlung von vitalen Keratinozyten zeigte sich, dass die Anwendung mit Mikrostrom bis zu einer 48 %-igen Erhöhung von vitalen führen kann. Bei kranken bzw. vorgeschädigten Zellen, zeigte Verringerung von apoptotischen und nekrotischen Zellen von bis zu 12 %. (Schönfelder et al., 2017, S. 17)

Fazit

Es gibt noch einiges an Forschung, gerade in Bezug auf die ach so spezifischen Frequenzen zu tun. Dabei sollten diese Forschungen nicht ausschließlich aus der medizinischen Perspektive betrachtet werden, sondert auch aus der technischen. Die Verfahren und Methoden sollten sauber evaluiert die Ergebnisse verifiziert werden.
In Deutschland wird dies bereits versucht und wie man sieht auch ganz erfolgreich. Anwenderbeobachtungen und Anwenderstudie sind extrem wichtig, doch auch labortechnische Untersuchungen sollten nicht vernachlässigt werden.

 

Literaturverzeichnis

Carolyn R. McMakin. (2011). Frequency-Specific Microcurrent in Pain Management. Edinburgh: Elsevier.

Chaikin, L., Kashiwa, K., Bennet, M., Papastergiou, G. & Gregory, W. (2015). Microcurrent stimulation in the treatment of dry and wet macular degeneration. Clinical Ophthalmology (Auckland, N.Z.), 9, 2345–2353. https://doi.org/10.2147/OPTH.S92296

Schönfelder, J., Walker, S. & Kenner, L. (2017). Wirkung einer neuen Gerätegeneration auf in vitro-Zellkulturen. AP 3: Wirkung der Mikrostromtherapie auf in vitro-Zellkulturen (Frauenhofer FEP, Hrsg.).

 



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