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Mikrostrom im Wellness und Sportleistungssteigerung

Mikrostrom im Wellness und der Sportleitstungssteigerung

 

Hier finden Sie die volle Transkription des Podcasts über Mikrostrom im Wellness und der Sportleistungssteigerung

 

I: Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast von Mikrostrom Punkt com, heute wieder einer interessanten Ausgabe, nämlich einem Interview. Als Interviewpartner habe ich Doktor Thorsten Stüker gewonnen. Er ist Physiker und Elektronikentwickler und hat im Bereich der Mikrostromtherapie und Anwendung von Mikrostrom schon einige interessante Entwicklungen gemacht. Damit sage ich erst einmal: “Hallo, Doktor Stüker.” #00:00:29-0# 

B: Einen wunderschönen guten Abend, liebe Zuhörer, und auch einen wunderschönen guten Abend, Herr Walitschek. Ich betreibe ein Entwicklungsbüro für Medizintechnik und Consumer-Elektronik und entwickle unter anderem Mikrostromgeräte, die am Markt vertrieben werden, zum einen im Wellnessbereich, zum anderen im medizintechnischen Bereich. Ich habe eine relativ breit gestreute Kundenschar und erfreue mich einer recht angenehmen Situation, nämlich der, dass ich im Moment fast ausschließlich Mikrostromentwicklung betreiben kann. #00:01:14-1# 

I: Das ist super, das passt ja perfekt in unser Thema. Das Kernthema heute ist Mikrostrom, einmal nicht aus dem Blickwinkel der Therapie betrachtet, sondern Mikrostrom auch einmal weitergedacht in den Bereich des Sports hinein, speziell der sportlichen Leistungssteigerung. Auch der angegliederte Bereich der Wellness, also gar nicht so sehr der therapeutisch-medizinische Bereich, sondern die Frage: Wie kann Mikrostrom auch in diesen Bereichen den Anwendern und den Kunden einen wirklichen Benefit bringen? Da würde mich speziell interessieren: Was ist Ihr Hintergrund zum Thema Entwicklung generell, zu Elektronik- und Softwareentwicklung? Vielleicht geben Sie dem Zuhörer ganz kurz einen kleinen Abriss. #00:02:09-8# 

B: Mein Hintergrund ist relativ einfach erklärt: Nach einer Ausbildung zum Elektromechaniker und der Meisterprüfung im Elektromechanikerhandwerk habe ich ein Studium der Physik absolviert. Danach habe ich als Entwickler unter anderem für die Automobilindustrie, aber eben immer wieder und immer intensiver auch für die Medizintechnik Elektronik und Software entwickelt. Ich bin irgendwann auf das Thema Mikrostrom gestoßen. Das hatte ein bisschen mit Caroline McMeekin zu tun, das ist eine Ärztin aus den USA, die sich sehr intensiv mit Mikrostrom auseinandersetzt, aber auch mit der fast schon mystischen und geheimnisvollen Literatur rund um das Thema Mikrostrom in Deutschland. Ich habe mich dann damit auseinandergesetzt, weil ich mir gedacht habe, dass es eigentlich einen wissenschaftlich fundierten und auch wissenschaftlich fundierbaren Hintergrund der Wirkweise des Mikrostroms geben muss. Wenn die Wirksamkeit gegeben ist, muss man aus den wissenschaftlich fundierten Grundlagen, die man sich erarbeitet, entsprechende Möglichkeiten zur Verbesserung und Intensivierung der Therapien ableiten können. Die Brücke, die sich dabei ergibt, ist ganz klar auch die sportliche Leistungssteigerung, Wellness und Fitness. Das hört sich zunächst ein bisschen wie eine Modeerscheinung an, ein bisschen so, als würde man sagen: “Wir verkaufen hier das Wohlsein für immer”, darum geht es aber nicht, man muss sich das Ganze von zwei Seiten aus ansehen. Wenn ich Mikrostrom anwende, gibt es ein paar Effekte, die ich immer habe, egal, was ich tue. Wenn ich den Strom durch den Körper leite, verändert sich die ATP-Synthese unter fünfhundert Mikroampere zum Positiven, über einem Milliampere zum Negativen, wenn man bis in die Regionen hinaufgeht, die Elektrosportgeräte in den Körper abgeben, dann sogar bis in den nierenschädlichen Bereich. So kann man Mikrostrom zum einen einsetzen, um Krankheiten zu heilen, womit man sich auch relativ lange fast ausschließlich beschäftigt hat, weil man beispielsweise Sportverletzungen auskuriert, Rückenschmerzen behandelt oder die Beweglichkeit verbessert hat. Man hat also im Prinzip in der physiotherapeutischen Praxis Mikrostrom eingesetzt. Zunächst ist niemand auf die Idee gekommen, einmal in eine andere Richtung zu denken. Es gab immer wieder aufflammende Geräteserien, die unter der Überschrift Wellness verkauft wurden, das waren aber eigentlich medizintechnische Geräte, deren Indikation Schmerzbehandlung und Ähnliches waren, sodass man sagen konnte, dass dabei niemand an Wellness dachte. Man hatte sich das Gegenteil der ganzheitlichen Betrachtung des Patienten auf die Fahnen geschrieben und sich dadurch immer weiter von der Entwicklung abgeschnitten. Wenn man aus der Sicht der Wellness an das Thema Mikrostrom herangeht, dann kann man sich diese Ganzheitlichkeit wieder leisten, und das macht sehr viel Spaß und Freude. Darum habe ich mit sehr viel Freude ein Wellnesssystem entwickelt, das ganz andere Wege geht, nämlich nicht den kranken Patienten als Patienten behandelt, sondern dem Patienten die Möglichkeit bietet, sich in seiner individuellen Lebenssituation wohler zu fühlen. Mikrostrom kann viel mehr, als nur den Schmerz zu behandeln. Mikrostrom kann zum Beispiel auch dabei helfen, sich vegetativ zu beruhigen, sich wohler zu fühlen und die sportliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Das macht man auch mit den medizinischen Geräten, nur betrachtet man bei der sportlichen Leistungsfähigkeit, bei der Leistungssteigerung im Sport, immer nur den Profi. Was ist aber mit dem 78-jährigen, bei dem die sportliche Leistungssteigerung schon darin bestehen würde, wenn er, statt nach 15 Treppenstufen bremsen zu müssen, die 21 Treppenstufen bis zu seinen Enkelkindern hinauf im Mietshaus noch schaffen könnte? Das ist im Prinzip nichts anderes als eine sportliche Leistungssteigerung, die wir in der Entwicklung in der Regel immer außer acht lassen. Entwicklung folgt immer dem Spiegel der Gesellschaft. Der Spiegel der heutigen Gesellschaft ist jung, fit schön, und man vergisst dann diese zweite Seite der Medaille, nämlich das Alter, das Eingeschränktsein aufgrund zum einen der gesundheitlichen Situation, der Lebenssituation, und auch natürlich der Verschleißsituation. Wir alle verschleißen, wir alle haben diverse Probleme, die man nicht beseitigen kann, aber wo man schlicht und ergreifend die Leistungsfähigkeit des gesamten Organapparats ein bisschen erhöhen und so die Gesamtperformance steigern könnte. Das sind zum Beispiel zwei solche Ansätze, bei denen man einfach sagen kann, da geht es nicht um Gesundheit, da geht es nicht um das Kurieren von Krankheiten, sondern da geht es ausschließlich darum, dass diese Menschen eine Leistungssteigerung erfahren. Diese Leistungssteigerung im praktischen Leben ist viel mehr als eine einfache Steigerung der Leistungsfähigkeit, es ist für diese Patienten in ihrem Leben ein ganz wichtiger Punkt, dieses bisschen Mehr an Leistung zu erreichen. Das kann Mikrostrom sehr gut. #00:08:27-8# 

I: Das ist ein ganz elementarer Punkt. Wenn wir über das Thema Alterung oder neudeutsch das Aging oder Anti-Aging sprechen, dann ist Mikrostrom in meinen Augen eines der Mittel der Wahl. Was mir im Rahmen der Recherchen, die wir über verschiedenste Geräte gemacht haben, auch aufgefallen ist, ist natürlich der Bereich Kosmetik. Da ist Mikrostrom in den Vereinigten Staaten und auch in Asien schon relativ stark vertreten und wird gut beworben. Wenn man sich die Sozialen Medien ansieht und dort nach Facial Microcurrent und ähnlichen Suchworten Ausschau hält, findet man einiges. Wie sehen Sie die Bereiche Wellness und Kosmetik? Grenzen Sie das ab oder wie ist da Ihr Standpunkt? #00:09:30-5# 

B: Das muss man unbedingt abgrenzen. Kosmetik und Wellness haben nur oberflächlich miteinander zu tun. Wenn man unter einer Wellnesskur, einer Wohlfühlkur, versteht, dass man da hineingeht und zehn Jahre jünger aussehend wieder herauskommt, dann ist das im Prinzip wie: “Das Auto einmal spachteln, lackieren und polieren bitte, damit es wie neu aussieht.” Dadurch ist aber noch nichts Neues hineingekommen. Wellness geht viel tiefer. Wenn wir dieses Thema ganzheitlich betrachten, wenn wir den Menschen als Gesamtwesen dahinter betrachten, dann ist die Kosmetik eben das, was sie immer ist, eine oberflächliche Veränderung des Erscheinungsbildes. Wellness ist etwas viel Tiefergehendes. Wellness bedeutet, sich wohl zu fühlen, dafür haben wir in der deutschen Sprache kein vernünftiges Wort. In der englischen Sprache hat man den Begriff Wellness als Kunstwort in den späten Siebzigern, Anfang der Achtziger kreiert, da kamen die Wellnesshotels auf. Im Grunde genommen geht es bei Wellness aber um viel mehr, das wird dann im britischen Gesundheitssystem mit dem Wort Welfare ganz deutlich. Da geht es nicht mehr um medizinische Treatments, sondern es geht um Welfare, also darum, dass gerade das Lebenswerte erhalten und verbessert wird. Wenn wir über Wellnessgeräte sprechen, dann ist Kosmetik erst einmal nicht Wellness, Kosmetik ist Kosmetik. Kosmetik ist im Prinzip genau in der Mitte zwischen dem Angriffspunkt Medizintechnik und dem Angriffspunkt Wellness. Das Problem bei der Kosmetik ist aber, dass ich immer auf dem schmalen Grat gehe: “Ist das schon Medizintechnik oder ist das noch Kosmetik?” Dazu muss man sich damit auseinandersetzen, das ist regulatorisch in Europa ein Riesenproblem. Grundlegend ist es so, dass wir über Wellness reden und nicht über Kosmetik, also nicht darüber, dass wir die Falten glätten und die saubere Gesichtshaut erzeugen, das ist kosmetischer Natur, sondern darüber, dass wir dem Körper die Möglichkeit geben, möglichst tief zu entspannen, dass wir möglichst ein hohes Maß an energetischer Regeneration erzeugen können, dass wir ein hohes Maß an körperlicher Energiereserve erzeugen können. Dazu braucht es mehr als ein Mikrostromgerät, es braucht immer auch ein Konzept drumherum. Das ist ähnlich wie mit einer Diät, die auch nur dann funktioniert, wenn man seine schlechten Angewohnheiten, nämlich zu viel essen und zu viel trinken, nicht nur für die Dauer der Diät ändert. Man darf nach einer erfolgreichen Diät nicht wieder damit anfangen, genauso zu essen, wie man vor der Diät gegessen hat, und sich wieder genauso wenig zu bewegen, wie man sich vor der Diät bewegt hat, dann hat das alles keinen Sinn, dann verpufft das. #00:12:47-2# 

I: Das ist absolut richtig. Ich denke, die Abgrenzung von Kosmetik zu Wellness ist ein vergleichsweise einfacher Bereich. Was mich speziell interessiert, ist, und das haben Sie ja auch ganz kurz angesprochen, der Bereich der Regulation von Mikrostromgeräten. Ein Mikrostromgerät ist zwar nicht in erster Linie ein Medizinprodukt, aber es wird natürlich oft therapeutisch eingesetzt und daher ist es in meinen Augen wichtig für Anwender, abzugrenzen: Wo ist der Wellnessbereich? Wo fängt der Wellnessbereich an, wo hört der Wellnessbereich auf? Wo befinden wir uns im medizinischen Bereich? Das kann sowohl für die Anwender ein Problem werden als auch für die Hersteller, sofern sie ihren Sitz in Europa haben oder Geräte aus einem Drittland wie den USA, China oder ähnlichen Ländern importieren. Der Importeur ist der Inverkehrbringer. Wie sehen Sie die Situation, die Abgrenzung zwischen dem Wellnessbereich und dem medizinischen Bereich zu schaffen und aufrechtzuerhalten? #00:14:12-9# 

B: Ich erkläre Ihnen das zunächst anhand eines Äquivalenzbeispiels, damit man die Tiefe dieser Abgrenzung erkennen kann, weil die gar nicht so einfach ist, sie lässt sich nicht an einer Praxistüre festmachen. Es ist nicht automatisch medizinisch, wenn ich durch eine Praxistüre gehe, und nicht automatisch Fitness, wenn ich durch die Tür eines Fitnessstudios gehe, so einfach ist das nicht. Das kann man an der folgenden Situation erkennen: Wenn Sie beim Orthopäden sitzen und Ihre Knie kaputt sind, weil Sie zu viel wiegen, dann wird der Orthopäde mit Ihnen über gesunde Ernährung und ein gesundes Bewegungsprogramm sprechen. Wenn Sie nicht an Adipositas, krankhafter Fettleibigkeit, leiden, sondern einfach ein bisschen zu viel wiegen und sich ein bisschen zu wenig bewegen, ist das keine medizinische Leistung, sondern Ihr Arzt wird mit Ihnen darüber reden. Wenn Sie unter Adipositas leiden, dann ist die Ernährungsberatung, die er macht, medizinischer Natur. Das unterscheidet der Gesetzgeber. Ab dem Zeitpunkt, von dem man als Mediziner, Heilpraktiker oder Arzt eine Behandlung durchführt, entscheidet sich an der Stelle, wo es um die Linderung von Krankheiten geht, die Frage, ob es um eine medizinische Sache geht oder nicht. Bei Medizinprodukten ist es auch relativ einfach geregelt: Wenn ich über die Linderung, die Heilung oder auch die Verhinderung von Krankheiten spreche, dann rede ich über ein Medizinprodukt. Schmerzen sind eine Erkrankung, das ist eine ganz klare Sache. Wenn ich diese behandle, dann behandle ich sie als Mediziner. #00:16:17-0#

I: Soweit ich das überblicke, ist das ein Problem, weil die Hersteller am Markt so agieren, dass sie das relativ freistellen, daher frage ich mich: Wie schafft man die Abgrenzung? Wenn ich als Fitnesscoach oder Fitnesstrainer arbeite, haben meine Kunden, die keine Patienten sind, kleinere körperliche Probleme, und es liegt auf der Hand, dass Mikrostrom dort durchaus hilfreich sein kann. Haben Sie eine Empfehlung, wie man den Fitnesstrainer vom ausgebildeten und examinierten Therapeuten abgrenzen kann, wenn man Mikrostrom für die Leistungssteigerung, den Wellnessbereich oder die Behandlung von Muskelkater verwendet? In dieser Definition stellt der Begriff der Behandlung ein Problem dar. #00:17:25-7# 

B: Die Abgrenzung findet nicht an dem statt, der es anwendet, sondern in der Zweckbindung des Gerätes, genau da liegt das Problem. Der Sportcoach, das ergibt sich aus dem Heilpraktikergesetz, darf überhaupt keine medizinischen Behandlungen durchführen. Wenn der Patient eine schmerzhafte Erkrankung hat, darf er nicht von ihm behandelt werden. Wenn der Schmerzpatient zu einem Arzt oder Heilpraktiker geht, hat der Arzt oder Heilpraktiker die Entscheidungsmöglichkeit, zu sagen: “Kollege, das, was du da hast, ist eine Erkrankung, es handelt sich um richtig fette Muskelfaserrisse, die müssen wir behandeln. Du hast es beim Sport ein bisschen übertrieben und ich empfehle dir jetzt einmal, dich zu entspannen, auszuruhen und da etwas zu machen.” Ob und an welcher Stelle derjenige, der das macht, Mikrostrom einsetzt, unterliegt nicht einer medizinischen Entscheidung, die medizinische Entscheidung fängt schon viel früher an. Das ist auch das Problem, da gebe ich Ihnen recht: Wenn in Fitnessstudios mit Mikrostromgeräten geworben wird, wo beispielsweise darunter steht, wie ich es einmal gesehen habe: ‘Sorgen Sie dafür, dass Sie keine Schmerzen mehr haben’, ist das natürlich keine Sache für ein Fitnessstudio, sondern für einen Arzt. #00:19:09-2# 

I: Für einen Arzt oder Therapeuten, vollkommen richtig. #00:19:11-7# 

B: Ein Sportler im Leistungsaufbau wird nach jeder Pensumsteigerung Muskelkater haben. Das Problem kennen wir alle, wenn wir Sport betreiben, dem kann mit Mikrostrom begegnen. Man kann den Muskelkater durch die Vorgänge, die im Körper stattfinden, deutlich minimieren, wenn man in der sportlichen Leistungssteigerung bereits vor dem Auftreten des Muskelkaters mit Mikrostrom interagiert, damit die entsprechende Entspannung und Energetisierung des Zellapparats dafür sorgt, dass dieser Effekt nicht auftritt. Interessanterweise wissen wir heute auch, dass das nicht bei richtig fetten Muskelfaserrissen hilft. Wenn durch Überlastung ein Muskelfaserriss da ist, dann sind die Schmerzen auch ohne Muskelkater da, und genau da grenzt sich das ab. Wenn er sagt: “Bei der sportlichen Leistungssteigerung hat es so toll geklappt, jetzt kaufe ich mir ein Mikrostromgerät, das ein Schmerzprogramm hat. Jetzt tippe ich da auf Schmerzen und dann behandle ich den Muskelfaserriss”, dann verstößt er zum einen gegen das Heilpraktikergesetz, es sei denn, er ist Arzt oder Heilpraktiker, und zum anderen ist das Mikrostromgerät in diesem Moment ein medizinisches Mikrostromgerät. Die Abgrenzung findet zum einen also weit vorher statt: Bist du Arzt oder Heilpraktiker oder nicht? Und zum anderen natürlich: Ist das ein Gerät zur Schmerztherapie oder nicht? Ein weiteres Problem ist, dass wir in Deutschland, aber auch in den meisten anderen europäischen Ländern, sogenannte Therapiefreiheit haben. Das heißt, Ärzte sind im Prinzip in der Therapie einer Erkrankung keinen weiteren Regeln unterworfen als den arzneimittelrechtlichen und sonstigen rechtlichen Interventionen. Das sorgt dafür, dass der Arzt zum Beispiel die Entscheidung treffen kann: “Du hast einen Muskelfaserriss, da müssen wir jetzt intervenieren. Damit du entsprechend tiefenentspannen kannst, lassen wir jetzt ein bisschen Wellness ablaufen, dann machst du das, das und das.” Das kann der Arzt machen, das kann man ihm nicht verbieten. Er kann dem Patienten auch empfehlen: “Geh in eine Sauna und spring danach ins Eisbecken.” Das ist noch nicht einmal ungesund in Anführungszeichen. Es verhindert keine Krankheit und lindert auch keine, aber es hilft dem Körper durch entsprechende Steigerung der physischen Leistungsfähigkeit, mit der Erkrankung besser fertig zu werden. Wir sind uns darüber im Klaren, dass, je mehr Kraft unser Körper in der Lage ist, aufzubringen, das heißt, je erholter wir sind, desto eher der Körper in der Lage ist, mit einer Geschichte wie einem Muskelfaserriss fertig zu werden. Es ist eine Gratwanderung, diese Entscheidung zu treffen, und diesen schmalen Grat, diese Entscheidung, können in diesem Maße ohnehin nur Mediziner treffen. Das fängt schon bei den Physiotherapeuten an: Es gibt sehr viele Physiotherapeuten, die jeden Tag mit ihren Mikrostromgeräten gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen, weil sie gar nicht frei therapieren dürfen. Solange der Physiotherapeut nicht Heilpraktiker für Physiotherapie ist oder Miniheilpraktiker, wie ich ihn nenne, darf er das nicht einfach machen. #00:22:50-1# 

I: Dazu gibt es noch eine kleine Ergänzung: Der Physiotherapeut hat einen großen Vorteil in der freien Anwendung der Mikrostromtherapie, nämlich den, dass die Mikrostromtherapie, solange es sich um ein therapeutisch-medizinisches Gerät handelt, eine Form der Elektrotherapie ist. Mikrostrom fällt per Definition unter die Elektrotherapie und er hat, weil im Ausbildungscurriculum der Physiotherapeuten die Elektrotherapie enthalten ist, die Anwendungsfreiheit, diese Art von Geräten und Therapie einzusetzen. #00:23:30-9# 

B: Er hat aber nicht die Diagnosefreiheit. #00:23:33-8# 

I: Nein, die Diagnosefreiheit hat er nicht, das ist vollkommen richtig. #00:23:36-6# 

B: Davon abgesehen würde ich mich daran auch nicht festbeißen, Herr Walitschek, weil das kontraproduktiv wäre. Wichtig ist, dass man lernt, zu erkennen: Wann bin ich in einer medizinischen Anwendung? Das beste Beispiel ist ein Krebspatient, bei dem der Arzt knochentrocken sagte: “Der braucht ein bisschen Bewegung, damit sein Kreislauf in Schwung bleibt.” Das war keine medizinische Aussage, die der Arzt getroffen hat, sondern es ging einfach darum, dass es dem Patienten in der Phase kurz vor dem Tod trotzdem noch so gut wie möglich ging. Die Abgrenzung ist äußerst schwierig, das möchte ich überhaupt nicht infrage stellen, aber sie ist an einem Punkt ganz einfach: Wenn ich irgendetwas mache, um einen Patienten von einer Krankheit zu heilen, mit einem Gerät, das nicht dazu bestimmt ist, dann habe ich ein Problem. Das ist im Prinzip schon immer so gewesen, das wird auch mit Recht immer so bleiben. Wenn ich versuche, einem Patienten, der an einer Krankheit leidet, zu ermöglichen, das Wohlbefinden rund um diese Krankheit so weit wie möglich zu steigern, dann kann das durchaus als Wellness ein Bestandteil der Therapie des Patienten sein, aber eben nicht medizinisch. Da muss man genau wissen, was man tut. Medizinische Anwendungen für entsprechende medizinische Geräte und Anwendungen, bei denen es um das Wohlergehen des Betroffenen, die Energetisierung und Refreshing geht, bei denen es auch ganz besonders darum geht, Selbstwahrnehmung zu verbessern, sind zwei verschiedene Gebiete. Das sehen Sie schon, wenn Sie so ein Gerät einschalten. Wenn Sie ein Mikrostromgerät einschalten, beispielsweise aus dem Hause Luxxamed, dann sehen Sie relativ schnell, dass damit Schmerzen behandelt werden, das ist genau der Zweckbindung des Geräts entsprechend so beschrieben. Wenn Sie ein Wellnessgerät einschalten, dann sehen Sie beispielsweise solche Programme wie gute Atmung, dann sehen Sie solche Programme wie Traumfigur. Da geht es aber nicht um Adipositasbehandlung und da geht es auch nicht um den Asthmatiker, sondern da geht es um den normalen Menschen unter normalen Bedingungen. Vielleicht hat er ein bisschen geraucht, ein bisschen zu viel gegessen, und macht jetzt ein Fitness-, Sport- und Bewegungsprogramm. Er holt sich den zusätzlichen Energieschub im Mikrostrombereich, um seine Ziele leichter erreichen zu können. Das ist zwar auch eine Form von sportlicher Leistungssteigerung, wenn Sie so wollen, aber im Kern eine nicht-medizinische Anwendung. Jetzt kommen wir zu dem großen Problem, vor dem viele ganzheitliche Heilpraktiker, ganzheitlich arbeitende Mediziner und Naturmediziner stehen und das auch die deutschen Krankenkassen kennen: Im deutschen Krankenkassenrecht gibt es kein Rezept für Wohlfühlbehandlung. Das ist klar, die deutschen Krankenkassen sagen zu Recht: “Warum sollen wir das dem Patienten bezahlen, damit er sich wohlfühlt?” Dafür braucht es eine ganzheitliche Betrachtung und damit sind wir bei der holistischen Sichtweise. In der ganzheitlichen Betrachtung zählen alle Parameter, die sich im Leben eines Menschen drehen. Die Erkrankung ist ein Parameter, der Restmensch ist aber eine ganze Reihe weiterer Parameter. Wenn wir uns im Moment nicht um die Erkrankung kümmern kommen, können wir dennoch die Umgebungsparameter, das heißt, die Fitness, das Wohlergehen, die Energetisierung und die Möglichkeiten des Betroffenen betrachten und ihm so gut wie möglich Unterstützung bieten, um hier wieder auf einen für ihn dankbareren Weg zu kommen. Die Theorie dahinter ist, wenn der Körper fitter ist, wenn er mehr Kraft hat, dann ist er viel besser in der Lage dazu, mit einer Erkrankung fertig zu werden. Etliche Studien haben bewiesen, dass der Körper dann noch besser mit darauffolgenden Therapien zurechtkommt. #00:28:54-7# 

I: Mit schulmedizinischen Therapien. #00:28:55-9# 

B: Das Problem in der modernen Medizin ist, dass sie den Menschen immer mehr vergessen hat, das wissen wir beide. Dieses Vergessen des Menschen in den modernen Therapieformen, in den modernen therapeutischen Einrichtungen, hat dazu geführt, dass die Heilpraktiker in den Siebziger- und Achtzigerjahren eine Renaissance erfahren haben, nachdem die Nationalsozialisten mit der Schaffung des Heilpraktikergesetzes die Kurierfreiheit de facto beendet hatten. Damals hatte man versucht, dafür zu sorgen, dass es in Deutschland keine Wunderheiler mehr gibt. In den Siebzigerjahren kamen wieder vermehrt Stimmen auf, dass solche Therapeuten in der Bevölkerung gebraucht werden, daraufhin hat man zugelassen, dass es wieder Schulen dafür geben darf. Man darf nicht vergessen, dass die Nationalsozialisten im Heilpraktikergesetz seinerzeit klar geregelt hatten, wer Heilpraktiker sein darf und wer nicht. Sie hatten noch etwas geregelt, was den meisten heute gar nicht mehr bewusst ist, nämlich, dass es in Deutschland keine Schulen zur Ausbildung von Heilpraktikern mehr geben darf und dass keine neuen Prüfungen mehr angeboten werden dürfen. Nur Ministerialbeschlüsse konnten Menschen noch die Möglichkeit bieten, sich diesem Berufsstand anzuschließen, und man kann sich vorstellen, dass es keine Ministerialbeschlüsse gab. Wenn man es genau betrachtet, dann sieht man, dass es im Jahre 1944 in Deutschland keine Heilpraktiker mehr gab, 1943 gab es noch zehn. Das zeigt, dass man versucht hat, diesen Berufsstand auszudünnen. In den Siebzigerjahren hat sich gezeigt, dass wir diesen Berufsstand brauchen, was viel damit zu tun hat, dass unsere Medizin sehr technisiert ist und dass unsere Mediziner sehr spezialisiert ausgebildet sind. Die Ganzheitlichkeit und auch das Taking Care, wie die Amerikaner gerne sagen, dieses ganzheitliche Umsorgen des Patienten, gehört als wichtiger Baustein mit dazu. Zu dem, was der Heilpraktiker tut, gehört auch das Thema Wellness, das sollte uns bewusst sein. Daran erkennt man, dass nicht alles, was gemacht wird, medizinische Anwendung ist. Gerade das macht es so schwer, wie ich eingangs schon sagte: Es macht nicht an der Praxistüre halt. Das gilt in beide Richtungen, das heißt, ich kann dem Heilpraktiker nicht verbieten, dem Patienten diese Hilfestellung zu geben. Er muss sogar die Freiheit haben, das ist meine ganz eindeutige Meinung, und viele Heilpraktiker machen das ja auch. Es gibt Heilpraktiker, die Kneipp-Kuren veranstalten. Wie man weiß, haben Kneipp-Kuren einen relativ geringen medizinischen Nutzen, aber sie stärken den Menschen, weil sie Fitness und Beweglichkeit erhöhen, und vor allen Dingen wird das Herz fitter, weil es trainiert wird. Das Herz wird nicht medikamentös oder mit irgendwelchen Geräten stimuliert, sondern durch die Belastung, die diese Kneipp-Anwendung mit sich bringt, entsprechend trainiert. Letzten Endes müssen wir das parallel betrachten, wenn wir Mikrostromgeräte betrachten. Deswegen sagte ich eingangs, dass Mikrostromgeräte, die zur Heilung und Linderung von Krankheiten eingesetzt werden und auf denen Programme installiert sind, die der Heilung und Linderung von Krankheiten dienen, auf keinen Fall außerhalb von medizinischen Händen in einem solchen Umfang eingesetzt werden dürfen. Sie müssen vor allem über eine Konformitätsbewertung verfügen, die das zulässt. #00:32:56-5# 

I: Das ist ein ganz wesentlicher Bereich, ja. Ich denke, Sie haben den Bereich der Abgrenzung zwischen Wellness und Medizin eindrücklich erklärt. Es wird auch in Zukunft sicherlich noch Probleme geben und auch eine Rechtsprechung dazu. Wir stehen kurz vor dem finalen Inkrafttreten der Verordnung über Medizinprodukte, der MDR, die im Jahre 2020 kommt, und da werden die Wellnessgeräte, was die Abgrenzung betrifft, noch einmal schärfer beziffert. Natürlich muss man auch hier sehen, dass es immer um Patientenschutz geht. Es geht auch um Anwenderschutz, das heißt, dass Wellnessgeräte in regulatorischem Sinne anders gehandhabt werden als medizinische Geräte, wo Anwender, die eine medizinische Ausbildung genossen haben, wie Ärzte, Physiotherapeuten und Heilpraktiker, einen anderen Blickwinkel und eine andere Vorgehensweise haben. Wir sind mit unserem Podcast, was die Zeit betrifft, mit knapp 35 Minuten mittlerweile schon etwas über der Dateline, ich glaube aber, dass ein expliziter Podcast zu Mikrostrom und Kosmetik noch einmal durchaus interessant wäre. Das Thema Mikrostrom und Wellness liefert Stoff für eine weitere Folge. Das Interview war in meinen Augen super, ich fand es toll. Ich glaube, die Zuhörer haben hier einen echten Informationsschub rund um das Thema Mikrostrom bekommen, ob es jetzt um Wellness, Medizin oder Kosmetik geht. Es geht darum, dass wir Informationen weitergeben möchten, die Anwender sicherer machen möchten und das Thema Mikrostrom im Allgemeinen zeigen wollen. Wir reden hier nicht über Hokuspokus, sondern über wissenschaftlich und medizinisch fundierte Grundlagen im Wellnessbereich und im sportlichen Leistungsbereich. Das ist mir persönlich ganz wichtig, weil wir hier keine Esoterik machen, sondern tatsächlich fundierte Sachen. Von meiner Seite sind wir am Ende dieses Podcasts angelangt, von der Dauer her haben wir schon ein bisschen überzogen. Gibt es noch ein, zwei Sätze, die Sie den Zuhörern an dieser Stelle gerne mitgeben möchten? #00:35:38-0# 

B: Ja, selbstverständlich. Sie haben es gerade so schön gesagt: Wir reden nicht über Hokuspokus, sondern über wissenschaftlich fundierte Verfahrensweisen, das ist ein wichtiger Satz. Noch wichtiger ist der Satz: Wir reden über die Sicherheit des Betroffenen, sowohl bei den Wellnessgeräten als auch bei den medizintechnischen Geräten. Diese Sicherheit wird ab 2020 auf ein neues Level gehoben, weil die sicherheitstechnischen Voraussetzungen für die Wellnessgeräte dann denen der medizintechnischen Geräte entsprechen, und das finde ich sehr wichtig. Dann kann der Anwender sicher sein, dass diese Geräte funktionssicher sind und keine Gefährdung darstellen. Das ist eine ganz wichtige Sache. #00:36:31-8# 

I: Das sehe ich genau so. Wunderbar, dann sage ich an dieser Stelle vielen Dank für das Interview, für die Zeit, die Sie sich genommen haben für dieses Interview. Vielen Dank an die Zuhörer, dass Sie sich oder ihr euch die Zeit genommen habt, diesen Podcast anzuhören. Wie immer bitte ich, bewerten Sie uns, bewertet uns bei iTunes, beim Hoster, beim Anbieter, bei dem ihr diesen Podcast hört oder angeboten bekommt. Folgt uns auf Facebook, ihr findet unsere Seite unter dem Begriff Mikrostrom. Natürlich dürft ihr unseren Blog, unseren YouTube-Kanal oder unseren Instagram-Kanal gerne abonnieren. Damit bedanke ich mich fürs Zuhören, für das nette, freundliche und in meinen Augen vor allem gewinnbringende Gespräch und sage: Bis bald und bis zum nächsten Mal. Ciao. #00:37:35-9# 

 

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