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Mikrostrom bei chronischen Wunden

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Mikrostrom in der Therapie bei Patienten mit chronischen Wunden

Chronische Wunden sind für Millionen von Patienten, auch in Deutschland, ein immer größer werdendes Problem. Die Behandlungskosten von einem Ulcus cruris Patienten liegen im Jahr bei ca. 9.570 Euro. Stellt man sich jetzt einmal vor, dass alleine in Deutschland mehr als 1-2 Millionen Menschen an chronischen Wunden leiden, liegt auf der Hand welcher Kostendruck auf der einen Seite entsteht und welche Möglichkeiten die richtigen medizinischen und therapeutischen Mittel hätten. Der BVMED (2015) zeigte in einer Infografik, dass der Einsatz von hydroaktiven Wundauflagen, die Heilungschance um bis zu 52 % verbessern könnte. (BVMED 2015)

Was kann Mikrostrom hier leisten im Vergleich zur klassischen Elektrotherapie?

Mikrostrom ist im Vergleich mit der klassischen Elektrotherapie um mindestens das tausendfache geringer in seiner Intensität als z.B. ein TENS oder Reizstromgeräte wäre. Die Wirkweise beider Systeme sind zu dem ebenfalls nicht zu vergleichen, da dabei der klassischen Elektrotherapie der Fokus in einer Dämpfung bzw. Beeinflussung des Pain-Gate-Controlls liegt. Zudem werden elektrotherapeutische Verfahren eingesetzt, um eine Nervenstimulation hervorzurufen.

Der unschlagbare Vorteil von Mikrostrom

Die Mikrostromtherapie kann weder das Pain-Gate-Controll-System beeinflussen noch eine Nervenstimulation durchführen. Der Hintergrund und Einsatz von Mikroströmen ist u.a. die Reduktion von Entzündungen und die Anregung der körpereigenen Heilungsprozesse.  (McMakin et al. 2005) In der Literatur ist ebenfalls die Anregung der ATP-Produktion, Verbesserung des Membrantransports sowie eine Steigerung der Proteinsynthese beschrieben. (CHENG et al. 1982)

Mikrostrom in der Wundbehandlung – Zahlen, Daten, Fakten

In den USA wir die Mikrostromtherapie seit dem Jahr 2002 in der Therapie von chronischen Wunden, diabetischen Wunden, Stauungsdermatitis und arteriellen Geschwüren eingesetzt. Die FDA (American Food and Drug Administrations) hat den Einsatz durch eine pre-market Studie freigegeben. (Yu et al. 2014)

Die drei Phasen der Heilung sind Entzündung, Proliferation und Umgestaltung. Sie bestimmen die physiologische Wundheilung. Der normale Heilungsprozess bei chronischen Wunden wird durch eine verlängerte Entzündungsphase unterbrochen. Sowohl tierexperimentelle als auch humane Studien legen nahe, dass Mikrostrom dazu beitragen kann, die Dauer der Entzündungsphase zu verkürzen und dadurch die Heilungsrate zu erhöhen, indem die Ödembildung verringert wird oder die Krankheitserreger im Wundbereich verringert werden und ihre Beweglichkeit verringert wird. (Yu et al. 2014, S. 3)

Whitcomb et al. (2012) konnten in einer Studie mit insgesamt 38 Patienten eine 45,4 %-ige schnellere Wundheilung bei chronischen Wunden nachweisen. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, von der die sog. MCD-Gruppe eine Mikrostromtherapie erhielt. Es wurden hierbei Mikroströme in einer Höhe von 50 bis 300 Mikroampere appliziert. Die Studie zeigte den durchweg positiven Einsatz von Mikroströmen bei chronischen Wunden und zudem den antimicrobiotischen Effekt der Mikroströme. (Whitcomb et al. 2012, S. 39)

Mercola & Kirsch (1995) beschreiben die Effekte der Mikrostromtherapie bei chronischen Wunden als „[…] einfach, sicher und effiziente und kann einen enormen Einfluss auf die Verbesserung der Wundheilung haben.” (Mercola und Kirsch 1995, S. 5)

Bereits im Jahr 1974, so Mercola & Kirsch (1995) wurde eine Gruppe von Patienten mit ischämischen Geschwüren untersucht und mit Mikrostrom behandelt. Die mit Mikrostrom therapierten Patienten zeigten eine vierfache Beschleunigung der Heilungsreaktion im Vergleich zur Kontrollgruppe. (Mercola und Kirsch 1995, S. 6)

Mikrostrom in der Therapie von chronischen Wunden in Deutschland

In der Hessenschau des hessischen Rundfunks wurde im Jahr 2011 über den Arzt für Internistik und Diabetologie, Dr. med. Niemetz aus Kassel, ein Beitrag ausgestrahlt, in dem ein Patient mit chronischen Wunden über seine Erfahrungen in der Therapie mit Mikrostrom berichtete. Hier zeigte sich die Wirkung der Mikrostromtherapie in der Beschleunigung der Heilung für den Patienten. “Bei der Anwendung von diesem Gerät waren keinerlei Schmerzen, man hat es nur mal kribbeln gespürt, das war auszuhalten. Wie das zugegangen ist, das ist Wahnsinn. Da konnte man bei zugucken.” (Patient, 2011, Min. 1:50) (Hessenschau 2011) LINK ZUM VIDEO

Praktische Vorgehensweise mit Mikrostrom

Die erste Wahl ist hier sicherlich das Arbeiten mit Klebeelektroden. Dabei sollte vom Anwender dringend darauf geachtet werden, dass so gut wie alle Klebeelektroden für die Mikrostromtherapie nicht steril sind! Somit müssen die Elektroden mit einem entsprechenden Abstand zu den Wunden angelegt werden. Auch sollten diese Elektroden nur einmal verwendet werden, dies selbst bei demselben Patienten.

Zur Behandlung von lokalen Stellen, legen Sie die Elektroden um die chronische Wunde herum und sorgen Sie mit weiteren Kanälen für eine Anregung der Lymphe. Die klassische ‚Kreuz-Anlage‘, also die chronische Wunde in ein gedachtest Fadenkreuz mit den Elektroden legen, ist hier sicherlich das Mittel der ersten Wahl. Bei den Lymphpunkten sollte/kann der Nierenmeridian miteinbezogen werden.

Auch eine systemische Anlage, vielleicht in Kombination mit einer lokalen Anlage ist empfehlenswert. Oftmals sind Patienten mit chronischen Wunden sowohl vegetativ als auch mit sauren Äquivalenten und Schlackenstoffen belastet.

Ein „Geheimtipp“!: Bei jeden Mikrostromgeräten, die mit der LED-Lichttherapie ausgestattet sind, sollten die Wunden in jedem Fall mit grünem und/oder blauem Licht bestrahlt werden. Beide Wellenlängen zeigen eine deutliche Reduktion der pro-inflammatorischen Zytokine und können darüber die Heilungsprozesse beschleunigen.

Behandlungs-Referenz Mikrostrom & LED-Licht

Bei diesem tatsächlichen Behandlungsbeispiel handelt es sich um einen Patienten dessen chronische Wunde durch eine Diabetes mellitus Erkrankung ausgelöst wurden. Behandelt wurde dieser Patient mit dem Vital-Master Mikrostromgerät.

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Behandlungs-Referenz Mikrostrom & LED-Licht 2

Bei diesem Patientenbericht handelt es sich um einen Patienten, der zu einer Diabeteserkrankung noch an Polyneuropathie und einer chronisch offenen Wunde litt. Dieser Patient wurde mit dem Luxxamed HD1000 und dem Clinic-Master professional behandelt.

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Fazit

Aus der vorangegangenen Ausführung der Studien und wissenschaftlichen Veröffentlichungen (diese wurde hier nur auszugsweise dargestellt) lässt sich erkennen, dass die Mikrostromtherapie eine tatsächliche Alternative zu den konservativen und etablierten Therapieformen zur Wundheilung darstellt. Die Studienergebnissen und Aussagen der Autoren zeigen eindrucksvoll, dass die Mikrostromtherapie hier einen tatsächlichen Unterschied machen kann.

 

 

Literaturverzeichnis

BVMED (2015): Moderne Wundversorgung in Deutschland. Online verfügbar unter http://www.info-wundversorgung.de/download/bvmed-daten-und-fakten-moderne-wundversorgung.pdf?pk_campaign=tsr_CHK&pk_kwd=chronische-wunden_tsr-freierteaser_re_bvmed-daten-und-fakten-moderne-wundversorgung.pdf, zuletzt geprüft am 20.06.2019.

CHENG, NGOK; van HOOF, HARRY; BOCKX, EMMANUEL; HOOGMARTENS, MICHEL J.; MULIER, JOSEPH C.; DIJCKER, FRANS J. de et al. (1982): The Effects of Electric Currents on ATP Generation, Protein Synthesis, and Membrane Transport in Rat Skin. In: Clinical Orthopaedics and Related Research &NA; (171), 264-272. DOI: 10.1097/00003086-198211000-00045.

Hessenschau (2011): Hessenschau – Wundbehandlung mittels Mikrostrom. Weitere Beteiligte: Hessischer Rundfunk. Online verfügbar unter https://www.youtube.com/watch?v=GhPh_3xBiFE, zuletzt geprüft am 13.06.2019.

McMakin, Carolyn. R.; Gregory, Walter. M.; Phillips, Terry M. (2005): Cytokine changes with microcurrent treatment of fibromyalgia associated with cervical spine trauma. In: Journal of Bodywork and Movement Therapies 9 (3), S. 169–176. DOI: 10.1016/j.jbmt.2004.12.003.

Mercola, Joseph M.; Kirsch, Danil L. (1995): The Basis for Microcurrent Electrical Therapy in Conventional Medical Practice. In: Journal of Advancement in Medicine 8 (2).

Whitcomb, Emily; Monroe, Nina; Hope-Higman, Jennifer; Campbell, Penny (2012): Demonstration of a microcurrent-generating wound care device for wound healing within a rehabilitation center patient population. In: The journal of the American College of Clinical Wound Specialists 4 (2), S. 32–39. DOI: 10.1016/j.jccw.2013.07.001.

Yu, Chao; Hu, Zong-Qian; Peng, Rui-Yun (2014): Effects and mechanisms of a microcurrent dressing on skin wound healing: a review. In: Military Medical Research 1, S. 24. DOI: 10.1186/2054-9369-1-24.

 

 

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