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Frequenz-Spezifische-Therapie

Frequenz-Spezifischer-Therapie mit Mikrostrom

Zurzeit in „aller Munde“ die Frequenz-Spezifische-Therapie, kurz FSM oder auch Frequency-Specific-Microcurrent.

Viele Therapeuten aber auch Ärzte haben durch Fortbildungsveranstaltungen der Begründerin der Frequenz-Spezifischen-Therapie, von dieser ‚neuen‘ Möglichkeit gehört.

Doch ist die Frequenz-Spezifische-Therapie eigentlich so neu, also natürlich in Deutschland, denn in den USA ist sie seit Mitte der 90er Jahre durchaus bekannt und durch zahlreiche Studien und wissenschaftliche Arbeiten nachgewiesen. Die Begründerin von FSM ist Dr. Caroly McMakin, MA DC. Als Chiropraktikerin in den Vereinigten Staaten von Amerika arbeitet sie mit Patienten die an den verschiedensten Schmerzsyndromen leiden.

Im Jahr 1991 traf Dr. McMakin den Osteopathen Dr. Van Gelder. Dieser war im Besitz eines ‘nostalgischen’ Gerätes und einer Auflistung verschiedenster Frequenzen, die jeweils eine ganz bestimmte Wirkung im menschlichen Organismus haben sollten (Carolyn R. McMakin, 2011, S. 2). Als Studentin an der Universität lernte Dr. McMakin bereits die Therapie mit Mikrostrom kennen und da lag die Idee nahe, diese Frequenzen mittels Mikrostrom, der in dem Fall quasi den Boten darstellt, in den menschlichen Organismus zu übertragen.

Mikrostrom generell ist in den USA bereits den 1970er Jahren durch den Arzt Dr. Thomas Wing bekannt geworden. Dieser nutze für seine Therapien Frequenzen von 3 Hz, 6 Hz und 30 Hz (Carolyn R. McMakin, 2011, S. 2).

Körperzellen sind aus Atomen aufgebaut, die sich in ständiger Bewegung – Schwingung – befinden. Diese Schwingungen haben für jedes Gewebe und jeden Zustand in dem sich das Gewebe befinden kann, eine charakteristische Frequenz. Der eigentliche Start der Frequenz-Spezifischen-Therapie lag im Jahr 1996. In diesem Jahr führte Dr. McMakin eine Vielzahl von Behandlungen in Ihrer Praxis durch mit durchschlagenden Effekten, wie die im Folgenden dargestellte Praxisstudie darstellt.

In einer Studie mit 250 Patienten von denen 137 an chronischen myofaszialen Schmerzen leideten, wurde untersucht, welchen Einfluss die Mikrostromtherapie auf chronische myofasziale Schmerzen im unteren Rückenbereich, LWS, hat. Die Patienten litten zwischen 8 Monaten bis zu 20 Jahren an diesen Schmerzen. Von den 137 infrage kommenden Patienten schlossen 128 eine Behandlungsserie ab. Die Patienten wurden nach den Schmerzen auf einer Skala (VAS) von 0-10 geben ihre Schmerzen einzustufen. Wobei 0 keine und 10 für unerträgliche Schmerzen steht. Der Schmerz wurde bei 126 Patienten von einer Angabe der VAS zwischen 5-8 auf 0-2 nach Abschluss der Behandlungsserie reduziert. Nur zwei der 126 Patienten berichteten von einer Reduktion der Schmerzen zuvor 5-8 auf 3-4. (McMakin, 2004, S. 149)

Doch wann waren die ersten Anfänge der Frequenz-Spezifischen-Therapie in Deutschland?

Vielen gegenteiligen Meinungen zum Trotze, liegen die Anfänge von FSM in Deutschland bereits im Jahr 2009. Der Arzt, Dr. Wolfgang Bauermeister, welcher die Frequenz-Spezifische-Therapie in den USA kennenlernte, hat zusammen mit der Firma Walitschek Medizintechnik GmbH und dem Mikrostromgerät Clinic-Master professional, eine Software entwickelt, die es den Anwendern des Clinic-Masters ermöglichte, eine Frequenz-Spezifische-Therapie durchzuführen. Der Clinic-Master professional hat, zum Erschrecken sogar im Vergleich mit sog. Mikrostromgeräten, einen entscheidenden Vorteil, denn er besitzt galvanisch getrennte Kanäle, wodurch die eigentliche Wirkung von FSM erst entfaltet werden kann. Zusammen mit Patrick Walitschek hielt Dr. Bauermeister Fortbildungen und Seminare zum Einsatz von FSM bei akuten und chronischen Schmerzen. Mit Einstellung der Produktion des Clinic-Master professionals im Jahr 2010, endeten auch die Fortbildungen zur Frequenz-Spezifischen-Therapie mit Mikrostrom in Deutschland, vorerst!

Seminar von Dr. McMakin in Deutschland

2015 startete Dr. McMakin mit der Schulung zur Frequenz-Spezifischen-Therapie in Deutschland. Veranstaltetet und propagiert durch die Dr. Reinwald Akademie fand am 30.04.-03.05.2015 in Fulda das erste Seminar zur Frequenz-Spezifischen-Therapie mit und von Dr. McMakin in Deutschland statt.

“Was würde in Ihrer Praxis passieren, wenn Sie Entzündungen um 63% reduzieren und ATP um 50% sic! könnten – und das innerhalb von vier Minuten? In meinen 20 Jahren in der Medizin habe ich niemals eine Behandlung oder eine Therapie erlebt, die eine so schnelle Entlastung und Resultate liefert wie Frequency-Specefic Microcurrent (FSM) Ich war erstaunt und angetan.” Der Autor und ‘Papst’ der Triggerpunkttherapie, Dr. David Simons, MD schrieb: “FSM ist ein ganz neuer Zugang zur Behandlung von Patienten mit muskulo-skelettalen Schmerzen und anderen verfügbaren Behandlungen weit überlegen. Das war meine persönliche Erfahrung.” (Reinwald, 2015)

Was ist so alles in Deutschland passiert in der Zwischenzeit?

Rockstroh et al. (2010) führte eine randomisierte und patientenseitig maskierte Studie zur Wirkung der BCR-Therapie mit Mikrostrom durch. Auch er bezieht sich in der Argumentation zur Wirkung von Mikrostrom auf McMakin: „Die von McMakin bereits nach einer 90-minütigen Mikrostromtherapie bei Fibromyalgiepatienten beschriebene signifikante Reduzierung der Interleukine IL-1 (von 330 auf 80pg/ml) und IL-6 (von 239 auf 76pg/ml) sowie der Substanz P (von 180 auf 54 pg/ml) sowie die Verringerung des Schmerzempfindens (VAS) von 7,3 auf 1,3 zeigen die sofort einsetzende entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung der Mikrostromtherapie. Die Änderungen der Entzündungsparameter korrelierten stark mit der Änderung des Schmerzempfindens VAS (Korreklationskoeffzienten: 0,73-0,91 ) (Rockstroh, Schleicher & Krummenauer, 2010, S. 177).“

 

Durchgeführt wurde diese Studie mit Mikrostromgeräten der Firma Walitschek Medizintechnik GmbH, genauer gesagt mit dem Clinic-Master professional. Der Clinic-Master uns sein „kleiner Bruder“ der Vital-Master haben dafür gesorgt in Deutschland und Europa die Mikrostromtherapie bekannt zu machen. Die Geräte wurden von 2003-2010 in Deutschland hergestellt und als CE gekennzeichnetes Medizinprodukte nach § 9 MPG sowie Anhang IV der Richtlinie 93/42/EWG in Verkehr gebracht. Die Geräte sind tausendfach verkauft worden und werden heute noch mit Erfolg in der Therapie von akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt.

 

Nachdem die Produktion im Jahr 2010 eingestellt worden ist, kam im Jahr 2011 der Luxxamed, der Luxxamed HD1000, auf den Markt. Auf Grund der regulatorischen Hürden und stetig steigen gesetzlichen Anforderungen auf europäischer Ebene, ist die Luxxamed GmbH als Hersteller und Inverkehrbringer zertifiziert nach DIN EN ISO 13485 und konnte die Geräte bis zum heutigen Tag erfolgreich weiterentwickeln. Der Einsatz der Frequenz-Spezifischen-Therapie ist auch mit den Luxxamed Geräten möglich die zusätzlich noch über eine LED Lichttherapie verfügen um lokal auf schmerzhafte Prozesse einwirken zu können.

 

Heilung durch Synchronisation mit FSM

Organ‐ und Gewebszellen haben, je nach Erkrankung oder Trauma, eine veränderte spezifische Eigenschwingung – die Zustandsfrequenz. Die gesunden Zellen versuchen ihre Frequenzen auf die kranken Zellen zu übertragen um sie so zu synchronisieren. Ist dieser Vorgang erfolgreich, erfahren die Zellen so eine Selbstheilung. Sind es zu viele Zellen, ist die Erkrankung oder das Trauma zu schwer, versagt dieser Mechanismus. Dann müssen die gesunden Frequenzen durch Moleküle (Medizin) oder durch geeignete Energien mit Schwingungen bestimmter Frequenz synchronisiert werden. Überträgt man dabei die gesund spezifische Eigenschwingung (Organfrequenz) und gleichzeitig die Krankheitsfrequenzen (Zustandsfrequenzen), kann die Selbstheilung einsetzen.

Dem Körper ist es egal, ob er Moleküle in Form von Medikamenten oder homöopathischen Mitteln erhält oder ob den Zellrezeptoren stattdessen „nur“ Schwingungen übertragen werden. Der Rezeptor benötigt keinen physikalischen Kontakt mit den Molekülen der Medikamente, sondern er reagiert auf die elektromagnetischen Schwingungen der Substanz, um die typischen Reaktionen, die dann z.B. zu einem Einströmen von Calcium oder anderen Ionen in das Zellinnere führt, zu bewirken.

Die meisten Organerkrankungen oder Schmerzen sind mit einer Entzündungsreaktion vergesellschaftet. Tatsächlich findet man findet pro – inflammatorische Zytokine ‐ Interleukin 1, Interleukin 6, Tumor Nekrose Faktor ‐ a TNF‐ a, Substanz P (SP) – im Blut oder im Gewebe.

Mit der Entwicklung immer empfindlicherer Nachweismethoden erkennt die Wissenschaft die grundlegende Bedeutung dieser abakteriellen Entzündung bei den meisten Organerkrankungen, Verletzungen und Schmerzzuständen. Da, wo entzündungshemmende Mittel und andere Medikamente versagen oder mit zu starken Nebenwirkungen behaftet sind, liegt die Zukunft der Frequenz-Spezifischen-Therapie mit Mikroströmen und anderen Modalitäten.

Sie setzt genau an diesem pathophysiologischen Mechanismus an. In Studien konnte an Patienten und bei in Vitro Untersuchungen gezeigt werden, dass unter dem Einfluss spezifischer Frequenzen die pro inflammatorischen Zytokine und Substanz P innerhalb von Stunden abgebaut werden können. Die Neubildung der Zytokine reduziert sich in dem Maße, wie die Zellen gesunden. Die Anwendung der Frequenz‐Spezifischen‐Therapie nicht nur bei Schmerzen, Sportverletzungen und Heilungsstörungen, sondern bei einer Vielzahl von Organerkrankungen und Funktionsstörungen – auch der Hirnfunktion – und der Bewältigung von seelischen und krankheitsbedingten Traumen hat eine große Zukunft.

 

Zusammenfassung und Ausblick in die Zukunft

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass die Frequenz-Spezifische-Therapie einen hohen Nutzen bietet, nicht zuletzt durch die ausführliche Studienlage zur Anwendung von FSM mit Mikrostrom. Hier wurde in den USA hervorragende Arbeit geleistet um diese Therapieform bekannt zu machen.

In den letzten Wochen und Monaten stiegen bei uns die Nachfragen zur Frequenz-Spezifischen-Therapie mit Mikrostrom deutlich an. Daran lässt sich erkennen, dass die Therapeuten und Ärzte mehr und mehr aufmerksam werden auf die Form der Therapie. Auch aus dem Sport- und Wellnessbereich erhielten wir Anfragen. Hierbei sollte jedoch ganz scharf abgrenzt werden, denn Therapie dürfen, ob entgeltlich oder unentgeltlich, in Deutschland nur von Ärzten oder Therapeuten durchgeführt werden. Sieht man sich die Indikationen der Frequenz-Spezifischen-Therapie genau an, so lässt sich erkennen, dass ein Großteil der Indikationen einen Bezug zur Heilung und/oder Therapie hat. Besitzt ein Geräte nun solche Indikationen, dann handelt es sich per Definition um eine Medizinprodukt und muss entsprechend von dem jeweiligen Hersteller auch so CE gekennzeichnet werden.

Das Medizinproduktegesetz ist dabei nicht ‚zimperlich‘. Nach § 40 MPG erhebt hier in besonders schweren Fällen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren!

Auf Grund der Beliebtheit der Frequenz-Spezifischen-Therapie ist somit für die Anwender also Vorsicht besser als Nachsicht. Prüfen Sie genau ob und wie das jeweilige Geräte CE gekennzeichnet wurde. Fragen Sie immer nach einer CE Konformitätserklärung zu dem Produkt und lassen Sie sich im Zweifel von der jeweils zu ständigen Landesbehörde dazu beraten. Eine Liste mit den Landesbehörden finden Sie hier: https://www.dimdi.de/static/de/mpg/adress/behoerden/beh-liste.htm

 

Beachten Sie, dass ab März 2019 für die Hersteller von Medizinprodukten eine neue Revision der DIN EN ISO 13485 zwingend zu erfüllen ist. Darin sind wesentlich schärfe und aufwändigere Verfahren zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit gefordert. Die benannten Stellen fordern von den Herstellern ein Vorgehen zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit nach MEDDV 2.7/1 rev. 4. Hierbei müssen alle ausgelobten Indikationen eines Mikrostromgerätes nachgewiesen werden! Das dürfte so einigen Herstellern mehr als Kopfzerbrechen bereiten.

 

Lassen Sie sich also nicht von der hervorragenden Wirkweise der Frequenz-Spezifischen-Therapie verleiten und treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen. Wägen Sie ab und prüfen Sie wie beschrieben die tatsächliche CE Kennzeichnung.

 

 

Literaturverzeichnis

Carolyn R. McMakin. (2011). Frequency-Specific Microcurrent in Pain Management. Edinburgh: Elsevier.

McMakin, C. R. (2004). Microcurrent therapy. A novel treatment method for chronic low back myofascial pain. Journal of Bodywork and Movement Therapies, 8 (2), 143–153. https://doi.org/10.1016/j.jbmt.2003.12.006

Reinwald. (2015). Frequency Specific Microcurrent in der Schmerztherapie mit Dr. Caroly McMakin (USA). Premiere: Die Königin der Mikrostromtherapie kommt nach Deutschland. Zugriff am 30.06.2018. Verfügbar unter https://wenku.baidu.com/view/b79eae71844769eae009edce.html

Rockstroh, G., Schleicher, W. & Krummenauer, F. (2010). Der Nutzen der während einer stationären Anschlussheilbehandlung applizierten Mikrostromtherapie bei Patienten nach Implantation einer Knie-Totalendoprothese – eine randomisierte, klinische Studie // Der Nutzen der während einer stationären Anschlussheilbehandlung applizierten Mikrostromtherapie bei Patienten nach Implantation einer Knie-Totalendoprothese – eine randomisierte, klinische Studie. Rehabilitation, 49 (03 // 3), 173–179. https://doi.org/10.1055/s-0029-1246152

 

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Rüdiger Schellenberg im Interview

 


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